Das Feuer Gottes

#1 von willy , 24.03.2013 12:49

Das Feuer Gottes

Johannes 21: ich gehe fischen! 2.Mose 3: Am Dornbusch, Apg. 2: Feuerflammen

Petrus hatte wohl die schlimmsten Tage seines Lebens hinter sich gebracht. Jede Hoffnung, die er in Jesus gesetzt hatte, war mit der Hinrichtung am Kreuz geplatzt. Dann waren da jene Frauen, die ein Gerücht von Auferstehung verbreitet hatten... Weit schwerer wog aber sein Versagen. Hatte er nicht geleugnet Jesus überhaupt zu kennen? Und dann der Hahn, der Verräter! Vor einem Gockel musste er klein beigeben... Wo er hinhörte, wie er sich auch bewegte, überall hörte er den Hahn: Du feiger Verräter!!
Das alles drückte ihn nieder. Da lagen noch seine Boote am Ufer. „Ich gehe fischen“ erklärte er. Zu was anderem schien er wohl nicht zu taugen. Seine Kameraden verstanden und gingen in jener Nacht mit. Es wurde eine sehr lange Nacht ohne jeden Erfolg.

Hm, da steht ein Mann am Ufer und spricht die Fischer an. Petrus ist wohl all zu sehr mit sich und seinem Versagen beschäftigt. Kein Wunder erkennt er den Mann nicht; auch dann noch nicht, als sie auf seine Anweisungen hin handelten und einen riesigen Fang einbrachten. Tja, wenn ich eigene Wege gehe muss ich mich nicht wundern, wenn ich Jesus aus den Augen verliere und ihn nicht wieder erkenne. Aber da ist Johannes mit im Boot. Der sieht Jesus und macht Petrus darauf aufmerksam: „Es ist der Herr!“ Da ist Petrus nicht mehr zu bremsen. Er wirft die Kleider weg, schmeißt sich ins Wasser. Wozu noch warten bis das Boot das Ufer erreicht?! „Mach mit mir was Du willst, aber ohne Dich kann ich nicht mehr leben!“ Das mögen in etwa seine Gedanken gewesen sein. Und Jesus? Hält er ihm vor, was er angerichtet hat? Wirft er ihm sein Versagen vor? Gibt’s ne Standpauke? Nichts von alle dem: er erteilt Simon einen neuen Auftrag.

Wir schauen zurück, betrachten den Moses.

Hier stand der Mann, alt, abgearbeitet, verbraucht, ein alter Schäfer. Das Leben hatte ihm übel mitgespielt. Hatte er nicht tief in seinem Herzen gewusst, dass Gott ihn brauchen wollte? War das alles eine Fata Morgana? Ja, Gott hatte einmal über seinem Leben geredet, aber das lag weit hinter ihm zurück. Da war er zum Mörder geworden! Er hatte Gott nachgeholfen, hatte selbst ins Geschehen eingegriffen. Und die Israeliten wollten nichts mit ihm zu tun haben. Schließlich war er am Hof des Pharao, der Israel unterdrückte, aufgewachsen. Nun hatte er 40 Jahre als Schafhirte in der Wüste verbracht. Nun ja, an seiner Lage war er selber schuld.

Wie oft hatte er sich über den Dornbusch geärgert, jene spitzen, scharfen Dornen, die jede Sandale durchdrangen! Da sah er ihn, wenige Meter weiter vorn. Er brannte. Hat wohl warm bekommen... komisch, brennt und verbrennt doch nicht? Muss ich gucken, da stimmt was nicht!

Und dann redet Gott, endlich schweigt er nicht länger. Sicher musste Moses sich an seine Stimme gewöhnen... Da stand er nun barfuss im heißen Sand der Wüste und lauschte. ...der Dornbusch -- genau, das bin ja ich, kratzbürstig, mörderisch! Wieder zog sein Leben an ihm vorbei. Da gab es nichts mehr zu machen... Da hörte er die klare Stimme: „Was hast Du in Deiner Hand?“ Das hat noch gefehlt! „Muss das sein? In der Hand halte ich einen Stab, das war doch die Mordwaffe, mit der ich jenen Ägypter erschlug. Bitte, erinnere mich nicht daran!!“
Aber Gott hatte eben erst begonnen, Moses in sein Werkzeug umzugestalten.
Und Gott gebrauchte genau jenes Werkzeug, das Moses so gerne vergessen hätte, um Gottes Volk freizusetzen.

„Moses (Willy), du hast dich im Dornbusch erkannt. Das genügt mir nicht. Das Feuer meiner Liebe, das Feuer meines Eifers für die Verlorenen will ich in dir entflammen. Ich selbst will durch meinen Geist in dir brennen. Dabei verbrennst du nicht. Du wirst zu meiner Botschaft an Pharao und an dein Volk werden. Willst du das? Dann lass dich an deine Vergangenheit erinnern. Ich selbst lasse daraus Neues entstehen! Nichts, rein gar nichts, wird sein wie früher. Hast du mich verstanden? Die Wüste wird aufblühen wie ein Garten. So wird dein Leben aussehen. Wirf den Stab weg, lass ihn los! Ich will ihn fortan führen und anwenden!“

Diese Worte gingen mir heute durch Kopf und Herz, als ich über Gottes Wort nachdachte.
Darf Gott mich an meine Fehler, meine Mängel erinnern? Darf er Wunden auswaschen? Das schmerzt sehr, aber es ist heilsam. Er wird ein Neues schaffen. Alles wird er erneuern, wenn ich es ihm erlaube!

So staune ich immer wieder und ich lasse mich heute gern auf ein Gespräch mit Gott ein – auch auf die Gefahr hin, dass er mir Unangenehmes aus meiner Vergangenheit in Erinnerung ruft. Das tut er nie um mich zu quälen, sondern um mich zu befreien.

Mose war sicher einer der best ausgebildeten Staatsmänner seiner Zeit. Schließlich war er der Ziehsohn des Pharao und -- wie später Stephanus sagte -- gewaltig in Worten und Taten. Und dieser Mann steht hier und behauptet: Ich kann nicht reden. Da hat Gott wohl geschmunzelt, als er ihm antwortete: Aaron, dein Bruder hat ein geschliffenes Mundwerk, lass ihn für dich reden! Dieser gewaltige Mann, von ihm lesen wir, dass es keinen demütigeren Menschen gab, weder vor ihm noch nach ihm.

Als ich fragte, wie aus diesem Hitzkopf der demütige Mann geworden ist, vernahm ich folgendes: „Du kannst nicht dem Feuer Gottes begegnen und derselbe bleiben. Aber du musst mich ranlassen an dein Vorleben.“
Moses wurde zuerst an seine Vergangenheit erinnert und dann auf neue Wege geschickt. Wenn Gott alte Wunden aufreißt und heilt tut er es um uns für neue Aufgaben zu befähigen. Langsam kommt bei mir wieder richtige Freude auf: Gott führt uns immer wieder zu neuen Aufgaben und will uns brauchen zu seiner Ehre.

Machen wir den Sprung zum Pfingstfest in Jerusalem. Zehn Tage zuvor war Jesus über 500 Menschen erschienen. Sie erhielten den Auftrag in Jerusalem zu warten bis sie mit Gottes Kraft ausgerüstet würden. Sie sahen, wie Jesus gen Himmel entrückt wurde. Von diesen Menschen waren noch 120 im Obergeschoß des Tempels am beten, als der Geist Gottes sichtbar als Feuerflamme über sie kam und sie erfüllte, ausrüstete für neue Aufgaben. Wie beim Dornbusch verbrannte niemand... Aber auch heute wie damals, kann niemand dem Feuer Gottes begegnen und derselbe bleiben. Ja, aus dem kleinlauten Simon ist ein furchtloser Verkündiger des Evangeliums geworden. Das tut mein Gott.

Und noch ein Gedanke: Gott beruft nicht die Fähigen, er befähigt die Berufenen.



Willy


Lass los, Gott kann nur leere Hände füllen!


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